Archiv für die Kategorie ‘probier was Neues’

Reiseliteratur

September 12, 2008

Bahnfahrten eignen sich bestens dazu, Zeitschriften zu lesen, die man sonst nicht lesen würde.

Auf der Suche nach geeigneter Literatur überraschte mich nicht nur die Tatsache, dass Jürgen Fliege eine eigene Zeitschrift hat, sondern besonders, dass sie in unmittelbarer Nähe zur Titanic zu finden ist – in der Kategorie Lifestyle .

Habe mich dann weder für Jürgens Blatt noch für die Titanic entschieden (auch nicht für Welt der Esoterik), sondern für Cicero. Darin war zu lesen, dass George W. Bush in Wirklichkeit einer der weltgrößten Ökologen ist und dass man bei der Sekte Universelles Leben glaubt, auf einer Erdscholle um Würzburg herum den (selbstverständlich kurz bevorstehenden) Weltuntergang zu überleben und auf den Wellen der Sintflut bis nach Jerusalem gespült zu werden.

Nächstes Mal vielleicht doch Fliege…

Oldenburg-Brisbane-Connection

September 11, 2008

Mein erster Travel Bug.

McBike

September 2, 2008

Bei meinem letzten Besuch der amerikanischen Spitzengastronomie hatte ich mein Fahrradschloss nicht dabei, weshalb ich es für einigermaßen brilliant hielt, vom McDrive Gebrauch zu machen. Die Dame am Schalter teile diese Auffassung nicht und mir mit, dass der McDrive nicht mit dem Fahrrad zu nutzen sei.

Erst später setzte in meinem Kopf die Frage nach dem Sinn dieses Verbots ein. Da ich keinen plausiblen Grund finden konnte, schrob ich dem Konzern eine mail – und kaum eine Woche später bekam ich unter dem lyrisch anmutenden Betreff HSC-08/08-06152 die Antwort vom Customer Service, dass McDonald’s stets bemüht sei, seinen Gästen qualitativ hochwertige Produkte in angenehmer Atmosphäre zu bieten. Das freut mich durchaus, beantwortet meine Frage aber nicht mal ansatzweise (sondern wirft eher die weitere Frage auf, wie wohl beim Customer Service die Arbeitszeugnisse formuliert sind).

Glücklicherweise ging die mail noch weiter. McDonald’s teilte mir außerdem mit, dass sie ihren Gästen über den McDrive eine schnelle Möglichkeit des Verzehrs von McDonald’s Produkten anbieten möchten. Auch ein etwas eigenartiger Satz, zudem kannte ich den Sinn des McDrives schon, benutzt hatte ich ihn ja. Aber jetzt: Hierbei ist es völlig unerheblich, ob es sich um ein motorisiertes oder unmotorisiertes Fahrzeug handelt.

Ha!

Werde die mail ausdrucken, laminieren und mit einem Goldrahmen einfassen lassen, um damit im rechten Moment unter triumphalem Gelächter vor dem Gesicht der dann bald arbeitslosen McDrive-Bedienung herumzuwedeln.

gehupft wie gesprungen

Juli 14, 2008
Fussvergleich

Adieu Thrombosespritze!

Seit heute morgen bin ich die Krücken los und trüge ich nicht diesen heiteren Müllsack am Fuß, könnte man angesichts meiner schon wieder ballettartigen Bewegungen meinen, es habe nie einen Bänderriss gegeben.

Einen herzlichen Dank an die Pflege- und Fahrdienstleister sowie alle, die sich die gar nicht mal so spektakuläre Ich-bin-beim-Treppe-runtersteigen-umgeknickt-Geschichte tapfer angehört haben.

Tanztheater

Juni 22, 2008

Voice

Aus diversen quergelesenen  Kreativitäts- und Selbstmanagementratgebern weiß ich, man soll zwecks Horizonterweiterung auch mal Bücher lesen, von deren Inhalt man vermutet, dass er einen nicht interessiert, und man soll auch mal zu Veranstaltungen gehen, über deren Besucher man üble Vorurteile hegt.

Also Tanztheater! Meine stärkste Assoziation zu diesem Wort sind Harald Schmidt und Herbert Feuerstein, die in hautengen Ganzkörperanzügen gegen weiße Wände trommeln.

Eine völlig leere (allerdings graue) Bühne lässt mich das Schlimmste erwarten. Eine nahezu unbekleidete Dame läuft mit Flip-Flops an den Füßen in eine Ecke, kniet nieder, verharrt bewegungslos, steht auf und verlässt die Bühne wieder.

Das Stück dauert 70 Minuten, nach gut der Hälfte flüchten die ersten Zuschauer. Die haben zwar einen Mann mit Mausohren über den Boden hüpfen sehen, verpassen aber den Tänzer mit Eselmaske, der vorgibt, einen Plastikblumenstrauß zu verspeisen sowie zwei weitere Ensemblemitglieder, die minutenlang einen Kreidestrich beleuchten. Zum Ende hin bewegen sich die Darsteller derart über die Bühne, dass sich die Vermutung aufdrängt, der Choreograph sei ein Fan des Monty-Python-Sketches Ministry of silly walks.

Das Erschreckenste an der ganzen Veranstaltung: Ich hab mich keine Minute gelangweilt. Beruhigend: Die Message ist trotzdem an mir vorbeigegangen.