Tanztheater

By zweierkomplement

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Aus diversen quergelesenen  Kreativitäts- und Selbstmanagementratgebern weiß ich, man soll zwecks Horizonterweiterung auch mal Bücher lesen, von deren Inhalt man vermutet, dass er einen nicht interessiert, und man soll auch mal zu Veranstaltungen gehen, über deren Besucher man üble Vorurteile hegt.

Also Tanztheater! Meine stärkste Assoziation zu diesem Wort sind Harald Schmidt und Herbert Feuerstein, die in hautengen Ganzkörperanzügen gegen weiße Wände trommeln.

Eine völlig leere (allerdings graue) Bühne lässt mich das Schlimmste erwarten. Eine nahezu unbekleidete Dame läuft mit Flip-Flops an den Füßen in eine Ecke, kniet nieder, verharrt bewegungslos, steht auf und verlässt die Bühne wieder.

Das Stück dauert 70 Minuten, nach gut der Hälfte flüchten die ersten Zuschauer. Die haben zwar einen Mann mit Mausohren über den Boden hüpfen sehen, verpassen aber den Tänzer mit Eselmaske, der vorgibt, einen Plastikblumenstrauß zu verspeisen sowie zwei weitere Ensemblemitglieder, die minutenlang einen Kreidestrich beleuchten. Zum Ende hin bewegen sich die Darsteller derart über die Bühne, dass sich die Vermutung aufdrängt, der Choreograph sei ein Fan des Monty-Python-Sketches Ministry of silly walks.

Das Erschreckenste an der ganzen Veranstaltung: Ich hab mich keine Minute gelangweilt. Beruhigend: Die Message ist trotzdem an mir vorbeigegangen.

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4 Antworten zu „Tanztheater“

  1. Bernd sagt:

    Großartig, da will ich auch bald mal hin.
    Ein freundlicher Hinweis: Du hast ein Fugen-s beim Wort „Eselsmaske“ vergessen.

  2. betti sagt:

    und sowas mutest du dir an deinem geburtstag zu?
    oder hast du die karte etwa geschenkt bekommen? :)
    wenigstens hat es dich scheinbar gut unterhalten -
    vielleicht sogar anscheinend! :)

  3. TheShaker sagt:

    Ich schaue gerade Tanztheater auf Arte – also ich finde es unglaublich faszinierend.

  4. TheShaker sagt:

    Der Kommentar war zu früh abgeschickt. Ich will hier also mal eine Lanze für das Tanztheater brechen (seltsame Metapher, egal).

    Ist allerdings auch Tanztheater für Nerds (aus der Beschreibung bei Arte):

    Eine faszinierende Tanzperformance von Wayne McGregor, die das Verhältnis von Geist und Körper, von Mensch und Maschine und damit die Natur des Menschen an sich thematisiert. Dieses Stück wird eigens für ARTEs Schwerpunkt „Tanzbiennale Lyon 2008″ aufgezeichnet. Aus einem starken wissenschaftlichen Interesse heraus hat Wayne McGregor mit seiner Random Dance Compagny ein faszinierendes interdisziplinäres Choreographie-Konzept entwickelt. McGregor und Scott de Lahunta von der University of California, San Diego, schufen „Entity“ in Zusammenarbeit mit den California Institutes for Science and Innovation, dem Neuroscience Institute, dem Salk Institute und dem Kavli Institute for Brain and Mind. Die Herangehensweise an das Projekt lag gewissermaßen auf der Hand, denn die Kognitionswissenschaft umfasst nicht nur Psychologie, Neurowissenschaft und Linguistik, sondern beschäftigt sich auch mit der Interaktion zwischen Mensch und Computer sowie mit der Robotik. So haben McGregor und seine Tänzer mit einer interdisziplinären Gruppe von Kognitionswissenschaftlern ein System intelligenter, lernfähiger Maschinen geschaffen, die außergewöhnliche Lösungen für choreographische Probleme finden.

    Sehenswert!

    TheShaker

    P.S. Und natürlich tolle Frauen :)

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