Archiv für Juni 2008

Tanztheater

Juni 22, 2008

Voice

Aus diversen quergelesenen  Kreativitäts- und Selbstmanagementratgebern weiß ich, man soll zwecks Horizonterweiterung auch mal Bücher lesen, von deren Inhalt man vermutet, dass er einen nicht interessiert, und man soll auch mal zu Veranstaltungen gehen, über deren Besucher man üble Vorurteile hegt.

Also Tanztheater! Meine stärkste Assoziation zu diesem Wort sind Harald Schmidt und Herbert Feuerstein, die in hautengen Ganzkörperanzügen gegen weiße Wände trommeln.

Eine völlig leere (allerdings graue) Bühne lässt mich das Schlimmste erwarten. Eine nahezu unbekleidete Dame läuft mit Flip-Flops an den Füßen in eine Ecke, kniet nieder, verharrt bewegungslos, steht auf und verlässt die Bühne wieder.

Das Stück dauert 70 Minuten, nach gut der Hälfte flüchten die ersten Zuschauer. Die haben zwar einen Mann mit Mausohren über den Boden hüpfen sehen, verpassen aber den Tänzer mit Eselmaske, der vorgibt, einen Plastikblumenstrauß zu verspeisen sowie zwei weitere Ensemblemitglieder, die minutenlang einen Kreidestrich beleuchten. Zum Ende hin bewegen sich die Darsteller derart über die Bühne, dass sich die Vermutung aufdrängt, der Choreograph sei ein Fan des Monty-Python-Sketches Ministry of silly walks.

Das Erschreckenste an der ganzen Veranstaltung: Ich hab mich keine Minute gelangweilt. Beruhigend: Die Message ist trotzdem an mir vorbeigegangen.

Public Viewing

Juni 17, 2008

Was tut der Fußballfan, wenn die deutsche Mannschaft in der Todesgruppe B das entscheidende Spiel gegen den Angstgegner Österreich vor sich hat? Natürlich, er begibt sich zum public viewing in die Gesellschaft von Leidensgenossen, um gebannt dem Treiben auf dem Rasen zu folgen und um Erfolg und Niederlage nicht allein feiern oder erleiden zu müssen.

So weit die Theorie. In der Praxis war ich umringt von Menschen, die sich für kaum etwas weniger interessiert haben als für das Fußballspiel, sich aber dafür begeistern konnten, mit Deutschlandfahnen die Leinwand zu verdecken und auf Geheiß der Animateur-Stimmungskanone (den alten Fußballklassiker?) „Humpa-humpa-humpa-tätärä“ zu grölen oder wahlweise aus eigenem Antrieb die Gegner zu beleidigen.

Der nachfolgende Autokorso, der sich mehr nach Titelgewinn als nach einem 1(!):0-Sieg über Österreich(!) anhörte, zementierte meinen Eindruck, dass es egal ist, ob auf der öffentlichen Leinwand die Europameisterschaft im Fußball oder im Murmelspiel gezeigt wird.

Public viewing für mich nur noch bei Knüllerspielen wie Färöer gegen San Marino.

Kickersticker

Juni 8, 2008

Trotz Unterstützung durch tapfere Duplo- und Hanuta-Esser fehlt mir zum Start der EM noch das ein oder andere Bild auf meinem Sammelposter.

EM-Poster

An die Mitesser: Kevin Kuranyi, Simon Rolfes, Arne Friedrich und der Bundesjogi sind die weißen Flecken auf dem Poster!

Muss dringend eine Kampagne für Bilder in kinderSchokolade ins Leben rufen, um mir die Bilder selbst erfuttern zu können…